Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Leitzinsen erneut angehoben. Für Immobilieninteressierte dürfte dieser Schritt allerdings weniger entscheidend sein als die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Denn die Bauzinsen hatten bereits in den vergangenen Wochen deutlich angezogen und liegen für zehnjährige Darlehen inzwischen bei rund 4,2 %. Der Grund dafür liegt vor allem in den gestiegenen Renditen langfristiger Staatsanleihen. Diese gelten als wichtiger Orientierungspunkt für die Preisgestaltung von Immobilienfinanzierungen. Zuletzt hatten insbesondere die erneut gestiegenen Energiepreise und die Unsicherheit infolge geopolitischer Spannungen die Sorge vor einer länger anhaltenden Inflation verstärkt. In der Folge stiegen die Renditen langfristiger Anleihen deutlich an. Dieser Anstieg wird nun zunehmend an Immobilienkäuferinnen und Immobilienkäufer weitergegeben. Wie unsicher die weitere Entwicklung derzeit ist, zeigt auch das aktuelle Prohyp-Bankenpanel. Mit Blick auf die kommenden ein bis zwei Monate rechnen jeweils 50 % der befragten Expertinnen und Experten entweder mit weiter steigenden Bauzinsen oder mit einer Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau. Für das Jahresende fällt das Bild noch uneinheitlicher aus: Rund ein Drittel erwartet steigende Zinsen, ein Drittel unveränderte Konditionen und ein Drittel wieder sinkende Werte.