direkt zum Seiteninhalt

20.03.2026: EZB-Leitzins bleibt gleich, Bauzinsen steigen

EZB-Zinsentscheidung spielt bei der Bauzinsentwicklung nur die zweite Geige
In ihrer aktuellen Leitzinssitzung hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Leitzinsen unverändert belassen. Der vorläufige Verzicht auf eine Zinserhöhung trotz der stark steigenden Öl- und Energiepreise entsprach den mehrheitlichen Erwartungen der Marktteilnehmer. Die längerfristigen Inflationserwartungen seien fest verankert und die Wirtschaft habe sich in den letzten Quartalen als widerstandsfähig erwiesen, heißt es in der Begründung der EZB zum Zinsentscheid. Gleichwohl will der EZB-Rat die Auswirkungen des Iran-Krieges genau beobachten und bei Bedarf reagieren. Derzeit erwartet die EZB 2,6 % Inflation für dieses Jahr und 2,0 % für 2027. Die Inflationssorgen spiegeln sich nicht nur in der EZB-Zinspolitik, sondern auch am Markt für langfristige Zinsanlagen und Baukredite wider. Nach einem Zinstief in der vergangenen Woche sind die Zinsen für Immobiliendarlehen zuletzt wieder um durchschnittlich 0,06 Prozentpunkte gestiegen. Interhyp-Vorstand Jörg Utecht rechnet mit volatilen Zinsen auf erhöhtem Niveau und sieht den Nahostkonflikt als wichtigen Einflussfaktor: „Das aktuelle Zinsumfeld wird stärker von der Geopolitik und den Inflationserwartungen geprägt als von der EZB-Geldpolitik.“ Finanzierungssuchende könnten jedoch von der aktuellen Unruhe am Zinsmarkt profitieren, schreibt die Wirtschaftswoche in einem aktuellen Artikel. Laut einer Auswertung von langfristigen Marktdaten sei in Phasen schnell ansteigender Zinsen die Differenz zwischen günstigen und teuren Darlehensanbietern besonders groß. Grund dafür sei, dass die Banken unterschiedlich schnell auf Marktveränderungen reagieren. Damit sei es momentan besonders lukrativ, vor dem Finanzierungsabschluss mögliche Nachzügler bei Zinserhöhungen zu recherchieren. (EZB, Interhyp,  WiWo)



[ zurück ]