Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Dezmber die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen. Der für Banken und Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer relevante Einlagenzins bleibt bei 2,0 %. Die Inflation im Euro-Raum ist im November überraschend um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Mit 2,2 % blieb sie damit oberhalb der Zielmarke der EZB, die bei 2 % liegt. Führende EZB-Vertreterinnen und Vertreter haben Zinssenkungen in naher Zukunft eine Absage erteilt. Angesichts der hartnäckigen Inflation diskutieren Marktakteure für 2026 sogar eher über leichte Zinsanhebungen als über Senkungen. Auch bei den Bauzinsen ist in naher Zukunft nicht mit einem Abschwung zu rechnen. „Wir beobachten häufig ein Missverständnis: Viele Kundinnen und Kunden gehen davon aus, dass die Entwicklung der Leitzinsen einen direkten Einfluss auf die Bauzinsen hat. Die Bauzinsen werden aber vielmehr von den Renditen der Pfandbriefe und zehnjährigen Bundesanleihen beeinflusst. Und die sind zuletzt spürbar gestiegen. Immobilienkredite werden dadurch teurer“, sagt Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe. Die Bauzinsen steigen aktuell wieder an und bewegen sich in Richtung 4 % für 10-jährige Darlehen. Dieses Zinsniveau gab es zuletzt Ende 2023. „Die erste Jahreshälfte 2026 wird voraussichtlich keine Entlastung bringen“, prognostiziert Jörg Utecht. „Unsere Empfehlung ist daher: Wer eine konkrete Immobilie im Auge hat, sollte schnell aktiv werden. Gerade jetzt kommt es darauf an, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Zinslast so gering wie möglich zu halten: Dazu gehört eine detaillierte Vorbereitung ebenso wie eine gut strukturierte Finanzierung. Wer so aufgestellt ist, kann schnell agieren. Abwarten ist in diesem Marktumfeld keine gute Strategie.“ (Der Spiegel, F.A.Z.+, Tagesschau)